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Die Geschichte über St. Nikolaus


In der reichen Stadt Patara lebte vor langer, langer Zeit ein Knabe, dessen Name war Nikolaus. Vater und Mutter starben leider an einer bösen Krankheit, dadurch weinte Nikolaus Tag und Nacht. Die Eltern hinterließen ihm großen Reichtum: Gold, Silber, Edelsteine, Ländereien, Schlösser und Paläste. Auch Pferde, Schafe, Esel und andere Tiere besaß er. Doch er war trotzdem sehr traurig und konnte sich über seinen Reichtum nicht freuen. Seine Angestellten wollten ihn aufmuntern. Der Hofmeister anerbot sich, ihm seine Schlösser zu zeigen. Der Stallmeister wollte mit ihm auf den schönsten Pferden durch die Ländereien reiten. Der Küchenmeister meinte, er könne doch für alle reichen Kinder der Stadt ein köstliches Essen zubereiten.

Doch Nikolaus wollte von allem nichts wissen. Auch die Tiere spürten, dass er traurig war. Sie drängten sich zu ihm. Vom Weinen müde, wollte er sich schlafen legen. Da stieß er mit dem Fuß an einen Tonkrug, in dem viele Schriftrollen steckten. Eine davon ergriff er und begann zu lesen. "Da war ein reicher Mann, der lebte herrlich und in Freuden. Da war aber auch ein Armer, der lag vor seiner Tür und wollte nur Brosamen, die den Reichen vom Tische fielen. Doch diese gönnten sie ihm nicht. Es geschah, dass der Arme starb. Er wurde von den Engeln in den Himmel getragen. Auch der Reiche starb. Doch es kamen keine Engel, ihn zu holen".

Gleiche ich nicht dem reichen Mann in der Geschichte, dachte Nikolaus. Ich bin schön gekleidet und lebe im Überfluss. Die Bettler draußen beim Stadttor habe ich vergessen. Morgen will ich früh aufstehen und mich nach ihnen umsehen. Am Morgen schlich er sich zum Palast hinaus. Nach dem Stadttor fand er die Ärmsten der Stadt, zerlumpt, krank und elend. Als sie ihn erblickten, streckten sie die Hände entgegen. Nikolaus wollte in die Tasche greifen, doch an seinem bestickten Kleide gab es keine. Eilig löste er die schwere Goldkette vom Hals, zog den Ring vom Finger und gab es ihnen. Er schlüpfte aus dem Obergewand, dem bunten Rock, den Sandalen und verschenkte alles. Glücklich ging er nach Hause. Er war wieder fröhlich.

Nikolaus ließ auf seine Kleider Taschen aufnähen. Vergnügt schlüpfte er in seinen, weiten, roten Mantel und spazierte am Abend durch den Garten. Er füllte seine Taschen mit Nüssen, Äpfel und Mandarinen. Erneut schlich er sich aus dem Palast, ging zu den Armen und verteilte alles. Mit 12 Jahren wurde Nikolaus weit weg in die Schule gebracht. Berühmte Lehrer unterrichteten ihn und unterwiesen ihn in der Heiligen Schrift. Wo er Not und Elend sah, gab er mit vollen Händen. Doch er machte dies jeweils im Verborgenen.

Als er einmal zum Gottesdienst in die Kirche trat, wurden die Worte verlesen, die Christus zum reichen Jüngling gesagt hatte: "Willst du mir angehören, so verschenke alles was dir gehört an die Armen". Über diese Worte hatte Nikolaus oft nachgedacht. Nun ließen sie ihn nicht mehr los. Er rief den Haushofmeister, befahl ihm Geld und Gut an die Armen zu verteilen. Denn er wollte sich aufmachen ins Heilige Land, wo unser Herr gelebt hatte. Nikolaus litt auf seiner Pilgerfahrt oft große Not. Bei allem Hunger blieb er aber stets fröhlich. Er zog durch das Land und predigte das Wort Gottes. Den Kindern erzählte er Geschichten aus der Bibel.

Eines Tages kehrte er in die Heimat zurück. In Myra war der alte Bischof gestorben. Als man Nikolaus erblickte, fragte man, wer er sei. Ich bin Nikolaus, ein Diener Christi, antwortete er. Da führte man ihn ins Gotteshaus und ernannte ihn zum Bischof. Als er wieder ins Freie trat, stand sein alter, grauer Esel vor der Tür. Von da an wurde er sein treuer Begleiter. Nikolaus sorgte für die Gläubigen wie ein Hirte für seine Schafe. In Zeiten der Gefahr predigte er den Christen an einsamen Orten und stärkte sie im Glauben.

An seinem Geburtstag kleidete er sich jeweils in den kostbaren Bischofsmantel und nahm den Hirtenstab zur Hand. Seinen Esel belud er mit einem schweren Sack. Der war gefüllt mit Äpfeln, Nüssen, Mandarinen und Honigkuchen. Er schritt durch die Straßen und verteilte die Gaben und machte diesen Tag zu einem großen Fest. Das hielt er so bis ins hohe Alter. Und als die Stunde kam da Gott ihn heimholen wollte, fiel ihm nur eines schwer, dass er sich von den Kindern trennen sollte.






Erntedank auf der ganzen Welt


Ernten und danken - seit die Menschen Ackerbau und Viehzucht betreiben, gehört der Erntedank zu den wichtigen Festen im Jahreskreis. Rituale und Feiern zum Erntedank werden von allen Völkern und in allen Religionen gefeiert.

Griechen, Römer und Ägypter brachten in der Antike ihren Fruchtbarkeitsgöttern Opfer dar. Kelten feierten im August das Kornfest und zur Tagundnachtgleiche das Weinfest.

Auch die Germanen feierten den Herbstanfang und die Erntezeit mit einem dreitägigen Fest. Mit verschiedenen Ritualen dankten sie ihren Göttern für eine reiche Ernte. Für das Pferd Sleipnir, das dem Hauptgott Odin gehörte, wurde auf dem Feld ein Büschel Korn stehen gelassen und aus den letzten Korngarben wurde ein Erntedankkranz geflochten. Über die Jahrtausende sind einige der Rituale sogar bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. So werden in Frankreich heute noch nach der Weinlese Erntefeste gefeiert. Erntedankkränze schmücken unsere Kirchen und Festtagswagen. In Japan feierte man früher Niinamesai. Es war ein Ritual, bei dem der Kaiser den frisch geernteten Reis den Göttern opferte. Heute feiern die Japaner im November stattdessen Kinrô Kansha no Hi, den "Tag des Dankes für die Arbeit".

In manchen Religionen wird sogar zweimal im Jahr ein Erntedankfest gefeiert. Im Mai/Juni wird im Judentum Schawuot gefeiert. Aus diesem Fest hat sich das christliche Pfingstfest entwickelt. Im Herbst feiern die Juden dann das Laubhüttenfest, das sieben Tage dauert. Dazu wird eine Sukka, eine Hütte, errichtet und mit Erntegaben geschmückt. Daher hat das Fest auch seinen hebräischen Namen Sukkot.

Im Islam ähneln der Fastenmonat Ramadan und das daran anschließende Ramadanfest einer Erntedankfeier. Durch das tägliche Fasten, fünf Gebete am Tag und die Lesungen aus dem Koran setzen sich die Muslime in dieser Zeit sehr stark mit der Schöpfung und Gnade Gottes auseinander.

Im Hinduismus feiern die Gläubigen Mitte Januar die Wintersonnenwende und den Beginn der Erntezeit mit dem Fest Makar Sankranti. Zu diesem Fest lassen die Menschen Drachen in den Himmel steigen. Im südlichsten Bundesstaat Indiens, in Tamil Nadu, heißt das Fest Pongal und dauert drei Tage.

Im September wird in Kerala, im Südwesten Indiens, das große, bunte Erntefest Onam gefeiert. Es dauert zehn Tage lang. Mit Schlangenbootrennen und traditionellen Tänzen ehren die Gläubigen König Mahabali, der - einer Legende nach - an diesem Tag aus der Verbannung zurückkehrte und sein Volk auf der Erde besuchte.

In China, Vietnam und Taiwan werden Mondfeste gefeiert, mit denen die Seelen der Verstorbenen geehrt und Erntedank gefeiert wird. Diese Erntefeste finden nach dem Mondkalender am "15. Tag nach dem achten Monat" statt. Zu diesen Festen kommen alle Familienmitglieder zusammen, betrachten den Mond und essen Mondkuchen.

In den Vereinigten Staaten von Amerika ist das Erntedankfest Thanksgiving ein nationaler Feiertag am vierten Donnerstag im November. Nur in Kanada wird Thanksgiving am zweiten Montag im Oktober gefeiert. Alle Mitglieder einer Familie treffen sich zum Thanksgiving-Essen, dessen Hauptspeise aus einem gefüllten Truthahn besteht. (Quelle: kidsweb.de)






Pfingsten: Der Heilige Geist kommt auf die Erde


Am fünfzigsten Tag nach Ostern war es soweit. Der Heilige Geist, den Jesus versprochen hatte, kam auf die Erde. Viele Menschen waren an diesem Tag in Jerusalem versammelt. Sie alle feierten ein fröhliches Fest der Ernte. Man erinnerte sich auch daran, dass Gott Israel die Zehn Gebote gegeben hatte.

Aus allen Ländern des damaligen römischen Reiches waren die Menschen gekommen. Sie alle wollten mitfeiern. Alle, die zu Jesus hielten, hatten sich in einem Haus versammelt. Und da geschah das Seltsame und Wunderbare: "Plötzlich hörte man ein mächtiges Rauschen, wie wenn ein Sturm vom Himmel herab weht. Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem die Jünger waren. Dann sah man etwas wie Feuer, das sich zerteilte, und auf jeden von ihnen ließ sich eine Flammenzunge nieder. Alle wurden vom Geist Gottes erfüllt und begannen in verschiedenen Sprachen zu reden, jeder wie es ihm der Geist Gottes eingab." (Apostelgeschichte 2, 2-4)

Und die vielen Menschen, die nach Jerusalem gekommen waren, waren sehr erstaunt. "Als sie das mächtige Rauschen hörten, strömten sie alle zusammen. Sie waren bestürzt, denn jeder hörte die versammelten Jünger in seiner Sprache reden. Außer sich vor Staunen riefen sie: ‚Die Leute, die da reden, sind doch alle aus Galiläa! Wie kommt es, dass wir sie in unserer Muttersprache reden hören?'" (Apg. 2, 6-8) Obwohl die Menschen aus ganz verschiedenen Ländern kamen, "hörte sie jeder in seiner eigenen Sprache die großen Taten Gottes verkündigen." (Apg. 2,11b)

Ein großes Wunder war geschehen. Zu Pfingsten erhielten die Jünger den Heiligen Geist, das heißt den lebendigen Glauben, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat, dass Jesus heute lebt und regiert. Die kleine ängstliche Gruppe von Jüngern stand plötzlich in Jerusalem und erzählte von dem, was Gott Großes getan hatte. Jeder sprach in einer anderen Sprache, die der Heilige Geist geschenkt hatte. Somit konnten die Menschen aus verschiedenen Ländern sie verstehen. Was wollte Gott damit deutlich machen? Von nun an sollten alle Menschen auf der Welt von der großen Liebe Gottes hören. Jeder soll wissen: Durch Jesus ist der Weg zu Gott offen und jeder Mensch kann nun zu Gott kommen. Wenn er dies tut, macht Gott ihn zu seinem Kind und schenkt ihm ein neues Leben. Diese gute Nachricht muss jeder Mensch hören!

Schnell sprach sich diese gute Nachricht herum. Viele Menschen kehrten ihrem alten Leben den Rücken. Bei Gott konnten sie ihre Schuld loswerden. Sie wollten nun ein neues Leben anfangen. Regelmäßig kamen sie zusammen, um mehr über Jesus zu lernen. Sie feierten miteinander und waren wie eine große Familie. Pfingsten war somit der Geburtstag der christlichen Gemeinde oder Kirche. Aber auch heute noch kann jeder Pfingsten erleben, der an Jesus Christus zu glauben beginnt.






Woher kommt der Name "Ostern"?

Der in der deutschen Sprache gebrauchte Name für das Fest der Auferstehung Christi lautet "Ostern". Das hat einen altgermanischen Ursprung, denn zu dieser Zeit wurde das Fest der Frühlingsgöttin "Eostrae" gefeiert. Aus diesem Namen wurde dann im Laufe der Zeit der Name "Ostern" abgeleitet. Die christliche Religion beruft sich auch darauf, dass in dem Wort "Ostern" die Himmelsrichtung "Osten" steckt, also der Ort der aufgehenden Sonne. Diese Himmelsrichtung symbolisiert den auferstandenen und wiedergekehrten Christus.

Was hat der Osterhase mit Ostern zu tun?

Der Osterhase ist - wie das Ei - ein Zeichen für Leben und Fruchtbarkeit. Hasen bekommen im Frühjahr sehr viele Jungen, das heißt, sie schenken Leben. Sahen die Menschen früher die Hasenmütter mit ihren Jungen, wussten sie, dass der Winter vorüber war.
In Byzanz (das heutige Istanbul) war der Hase in der Tiersymbolik ein Symbol für Christus.
Jeder kennt ihn als den Überbringer der Ostereier, nach denen Kinder zum Frohsinn der Erwachsenen so eifrig suchen. Doch nicht immer versteckte der Osterhase die Eier. Noch im vorigen Jahrhundert war der eierlegende Osterhase in einigen Teilen Deutschlands völlig unbekannt.

Warum bringt der Osterhase Eier?

Ostereier zu färben, zu verstecken, zu suchen und zu essen ist ein weit verbreiteter Brauch. Das Ei ist Symbol des Lebens, der Fruchtbarkeit und der Erneuerung. Früher durften während der 40tägigen Fastenzeit keine Eier gegessen werden. Damit die in der Zwischenzeit von den Hühnern gelegten Eier nicht schlecht wurden, mussten sie haltbar gemacht werden. Dazu kochte man sie in Wasser. Es ist überliefert, dass Pflanzenteile zum Färben der Eier mit in das Kochwasser getan wurden. So wurden später die gekochten von den rohen Eiern unterschieden.

Warum heißen die Osterinseln Osterinseln?

Die Osterinseln liegen im Süd-Pazifik und gehören zu Chile. Als der niederländische Seefahrer J. Roggeveen am Ostersonntag des Jahres 1722 nach einer langen und gefährlichen Fahrt über das Meer endlich Land sah, war er so glücklich darüber, dass er diesen Inseln den Namen des Feiertags gab, den er und seine Mannschaft fern von daheim an Bord feierten.






Der verlorene Sohn


Ein Mann hat zwei Söhne. Sie helfen dem Vater bei der Arbeit. Später einmal werden sie alles erben, was dem Vater gehört: das Haus, die Felder, die Tiere und das ganze Geld. Der jüngere Sohn sagt zu seinem Vater: "Ich bin jetzt groß, ich will fort. Gib mir alles, was mir gehört." Der Vater gibt ihm viel Geld. Der jüngere Sohn packt alles zusammen. Er geht fort und freut sich.

Er geht in die große Stadt. Er kauft sich, was er will. Oft geht er ins Gasthaus. Dort lädt er viele Leute ein. Sie sind fröhlich, essen und trinken den ganzen Tag. Er bezahlt für alle. Aber irgendwann ist sein Geld alle. Er hat Hunger, doch seine neuen Freunde wollen nichts mehr von ihm wissen. "Du hast kein Geld mehr?", fragen sie. "Dann bist du nicht gut genug für uns." Der jüngere Sohn ist traurig und geht aus der Stadt weg.

Er geht zu einem Bauern und sagt: "Ich habe Hunger. Gibst du mir bitte etwas zu essen? Ich will auch für dich arbeiten." Der Bauer antwortet: "Pass auf meine Schweine auf. Aber nimm dich in Acht: Iss nicht von dem guten Schweinefutter!"

Da sitzt er nun und hat Hunger. Er denkt oft an seinen Vater. "Mein Vater, der hat viele Arbeiter. Und allen gibt er genug zu essen. Ich will wieder zurück zu meinem Vater gehen und für ihn arbeiten. Denn ich kann nicht mehr sein Sohn sein, ich habe ihn zu schlecht behandelt." Er geht also zurück zu seinem Vater.

Der Vater sieht ihn schon von weitem und läuft ihm entgegen. Der Sohn sagt zu ihm "Vater, es war nicht recht, was ich getan habe. Ich kann nicht mehr dein Sohn sein. Aber bitte, nimm mich als Arbeiter wieder bei dir auf!" Doch der Vater sagt: "Du bist und bleibst mein Sohn. Du bist wieder da, das ist ein Freudentag!" Er ruft alle zusammen: "Kommt, feiern wir ein Fest! Mein Sohn ist wieder da, freut euch mit mir."

Doch der ältere Sohn ist noch auf dem Feld und will nicht kommen. "Mein Bruder ist ein Nichtsnutz und hat alles Geld verloren", sagt er. "Darüber soll ich mich auch noch freuen und ein Fest feiern?" "Aber er ist mein Sohn", sagt der Vater. "Er war verloren, nun ist er wieder gefunden. Komm mit und freu dich mit mir."






Gespenstisch!
Jünger Jesu in Gefahr
nach Markus 6, 45-52


"Wir kommen hier auch nicht einen Meter vorwärts, dabei sind wir doch schon die ganze Nacht unterwegs. Selbst bei schlechtestem Wetter schafft man die Überquerung in 2 - 3 Stunden." Jakobus ist völlig entnervt. "Mensch Johannes," sagt er, "ich glaube, wir werden die ganze Nacht hier verbringen müssen." Johannes schaut auch nicht glücklicher aus. Schließlich wollten sie zu Beginn des Abends noch schnell auf die andere Seite des Genezareth-Sees übersetzen. Eine Tour, die sie schon oft hinter sich gebracht hatten. Mit mehr oder weniger Schwierigkeiten.

"Weißt du noch," sagte Johannes in das Heulen des Windes hinein, "wie wir damals mit Daddy Mühe hatten, als das eine Ruder gebrochen war?" "Na klar, da sind wir doch kilometerweit abgetrieben und mussten dann ewig nach Hause laufen. Mutter hat sich große Sorgen gemacht, und das Essen war auch kalt. Aber so schlimm wie heute war es noch nie. Alle legen sich ins Zeug - und nichts passiert."

Die Jünger saßen an den Rudern und bemühten sich nach Leibeskräften, das Boot einigermaßen aufrecht zu halten und das Wasser mit Eimern wieder hinauszubefördern. Das gelang nur halbwegs, denn jede neue Gischt brachte die doppelte Menge wieder hinein.

Langsam bekamen sie Angst. "Sag, wo ist eigentlich Jesus geblieben, möchte doch zu gerne wissen, wie der sich bei diesem Wetter fühlt. Der ist doch nicht etwa wieder unten im Schiff und schläft?" fragte Johannes. "Er ist gar nicht hier," antwortete ihm Petrus, "er ist doch zum Beten auf diesen Berg gestiegen. Fahrt schon mal vor, hat er gesagt, ich komme dann später dazu. - Das würde mich schon beruhigen, wenn er dabei wäre. Aber so ist das wohl im Leben, wenn es brenzlig wird, ist man allein."

Voller Angst sahen die Jünger auf das Meer hinaus. Aber außer meterhohen Wellen war nichts zu entdecken: Kein Ufer, kein anderes Boot. Noch nie fühlten sie sich so hilflos. "Wenn unser Boot voll Wasser läuft, wenn wir hier kentern, dann ist es aus." Selbst Andreas, der beste Schwimmer, würde von hier aus nicht ans Ufer kommen. Vor allem, in welche Richtung sollte man denn schwimmen? Man sah doch nichts. Da - ein Schrei übertönt das Brausen des Meeres. Alle hörten auf zu rudern. Wie gebannt schauten sie hinaus aufs Wasser. Jakobus fand zuerst die Sprache wieder. "Da, auf dem Wasser, seht ihr? Ein Gespenst! Jetzt sind wir verloren."

Auf dem Wasser war eine Gestalt zu sehen. Wer konnte das sein? "Habt keine Angst, ich bin es." Die Gestalt spricht sie an. Ja, das ist Jesus. Jetzt, nachdem sie ihn hören, erkennen sie ihn. Sie sind gar nicht allein, wie konnten sie das vergessen. Alle sind vollkommen durcheinander. Schon so viel haben sie mit Jesus erlebt. Doch jedes Mal sind sie von ihm überrascht - oder eher vielleicht von sich selbst enttäuscht: Immer wieder vergessen sie, dass er für sie da ist. Sie fühlen sich wie Trottel.

Jesus tritt in ihr Boot. Liebevoll schaut er von einem zum anderen. "Friede sei mit euch." Und als Zeichen des Friedens legt sich der Wind, das Meer wird zunehmend ruhiger und das Boot erreicht das sichere Ufer.






Mensch ärgere dich nicht!


In unserer Familie haben wir oft am Sonntagnachmittag miteinander gespielt, weil wir keinen Fernseher hatten. "Mensch ärgere dich nicht" war der Hit. Ich hab es gern gespielt, weil ich meinen Schwestern mal zeigen konnte, was ich für Tricks drauf hatte. Erbarmungslos flog jeder raus, der mir in die Nähe kam, auch meine Mutter. Manchmal habe ich etwas geschummelt - denn wenn man schnell die Spielfiguren setzt, kann man auch einen Platz weiter rücken. Als meine Schwestern das aber merkten, verbündeten sie sich gegen mich, so dass ich keine Chance mehr hatte.

Alle ihre Züge richteten sie danach aus, meine Spielfiguren "nach Hause" zu schicken. Besonders ärgerlich war das, wenn ich kurz vor dem "Hafen" stand. Ich bekam keine Figur rein, während sich bei ihnen schon die zweite oder dritte im "Hafen" befand.

Für mich war es schlimm, bei einem Spiel zu verlieren. Ich war den Tränen nahe. Manchmal hat meine Mutter mich absichtlich verschont. Heute denke ich: So ist das auch im richtigen Leben. Jeder versucht, den anderen zurückzuwerfen und selbst den großen Vorteil zu haben.

René entdeckt einen Fehler im Diktat von Kevin, den die Lehrerin übersehen hat. Und schon verpfeift er ihn und hofft, dass Kevin nun eine schlechtere Zensur bekommt. Dann hätte René die beste Klassenarbeit. Manchmal bin ich auch so gemein und will besser sein als andere. An die Verlierer denke ich da nicht. Aber: Wenn jeder gegen den anderen kämpft, wird das Leben dann nicht "zur Hölle"?

Meine Mutter hat mir manche Chance gegeben und mich nicht hinausgeworfen, obwohl ich sie vorher mehrfach "nach Hause geschickt" habe. Gottes Handeln ist ähnlich. Er gibt uns immer wieder eine Chance, obwohl wir oft nur an uns selbst denken. In der Bibel steht (Johannes Evangelium 2, 17): "Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, um die Menschen zu verurteilen, sondern um sie zu retten."

Gott schmeißt uns nicht raus, er will uns nicht ärgern, sondern er will, dass wir sicher ans Ziel kommen. Und wenn der Ärger in uns hochsteigt, weil so viele gegen uns sind, dann sagt Gott: "Ärgere dich nicht, ich bin doch deshalb in die Welt gekommen, damit dein Leben gelingt."






Der Herr Jesus lebt


Freunde des Herrn Jesus haben seinen toten Körper in eine Grabhöhle gelegt. Das Grab ist ein tiefes Loch in einem Felsen. Vor die Öffnung haben sie einen großen Stein gerollt.

Es ist noch ganz früh am Morgen. Einige Frauen sind zum Grab Jesu unterwegs. Sie wollen den Leichnam Jesu einsalben. Das ist in Israel so üblich. Besorgt fragen die Frauen: "Wer wird uns nur den riesengroßen Stein vom Grab wegrollen?" Als sie näher kommen entdecken sie: Der Stein ist weggewälzt. Merkwürdig. Sie wissen natürlich nicht, dass ein Engel Gottes dies getan hat. Vorsichtig betreten die Frauen die Grabhöhle. Aber - was ist das? Das Grab ist leer!

Plötzlich spricht ein Engel sie an. Er sitzt am Eingang: "Habt keine Angst! Der gekreuzigte Jesus ist nicht hier. Er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht, hier hat er gelegen!" Die Frauen können vor lauter Schreck nichts sagen. Ja, das Grab ist wirklich leer! Der Herr Jesus ist nicht mehr da! "Geht schnell zu den Jüngern" redet der Engel weiter, "und sagt ihnen, dass Gott den Herrn Jesus wieder lebendig gemacht hat."

So schnell sie können laufen die Frauen zurück nach Jerusalem. "Er lebt! Jesus lebt! Das Grab ist leer! Ein Engel hat es uns gesagt, er ist auferstanden!" Die Jünger staunen.






Friede auf Erden?


Lisa und Martin kamen mit ihren Eltern aus dem Weihnachts-Kindergottesdienst. Ein Krippenspiel hatten sie gesehen, die bekannten Weihnachtslieder hatten sie gesungen. Jetzt freuten sie sich auf die Bescherung zu Hause.

Doch Martin war nicht zufrieden. "Warum haben die Engel gesungen 'Friede auf Erden', wenn wir doch gar keinen Frieden haben?" Und Martin dachte an die vielen Berichte im Fernsehen: Menschen werden verfolgt und verprügelt, andere haben Hunger, in vielen Ländern herrscht Krieg, und nebenan bei Familie Schulze ist immer Streit. "Warum hat sich nichts verändert?"

Die Eltern schwiegen lange auf dem Heimweg, doch dann antwortete Mutter: "Damals, als Jesus geboren wurde, war es nicht anders: Römische Soldaten unterdrückten die Juden, Jesus und seine Familie mussten fliehen, die Soldaten des jüdischen Königs Herodes töteten die neugeborenen Jungen in Bethlehem. Doch die Botschaft der Engel hat damals etwas verändert: Die Hirten spürten es als erste und wurden froh, weil Gott sie nicht vergessen hatte. Die Menschen erlebten es später mit Jesus: Gott hat auch diejenigen lieb, die Fehler machen.

Gottes Friedensreich fängt überall da an, wo Menschen sich im Namen Jesu zusammensetzen - eben im Gottesdienst am Heiligen Abend, an jedem Sonntag, und auch in der Familie." "'Meinen Frieden gebe ich euch' hat Jesus seinen Jüngern versprochen", schaltete sich jetzt der Vater ein. "Und weil Gott mit uns Frieden schließt, können wir untereinander immer wieder den Frieden versuchen, auch wenn die schlechten Nachrichten im Fernsehen noch nicht aufhören. Gott hat mit dem Frieden angefangen, jetzt sind wir dran! Deshalb haben wir vorhin gesungen ‚Frieden gabst du uns, Frieden muss noch werden'". "Dann ist es gut, dass die Engel singen", freut sich Lisa. "Jetzt bin ich ganz sicher, dass es Frieden auf Erden gibt!"






Kinderbibeltag: "Alles Wüste"


Dreißig Kinder ließen sich am 2. Juni 2007 zu einem Kinderbi- beltag einladen. Was braucht man alles, um in der Wüste zu leben und zu überleben, welche Tiere leben dort, gibt es auch Pflanzen in der Wüste? Das alles hörten die Kinder von unserem Pfarrer, der uns auch noch Dias von der Wüste zeigte.

Drei biblische Geschichten aus dem Alten Testament, die natürlich auch etwas mit Wüste zu tun hatten, wurden mit den Kindern erarbeitet.
Dank der Hilfe von einigen Muttis und Omas, gab es ein leckeres Mittagessen (Fladenbrot mit diversen Einlagen).

Am Nachmittag wurden Sand- und Blumenbilder mit dem Thema "Die Wüste blüht" gebastelt. Im Familiengottesdienst am Sonntag erzählten die Kinder dann anschaulich mit den Biblischen Erzählfiguren der Gemeinde die Geschichten, die sie am Vortag von den Kindergottesdienstmitarbeiterinnen gehört hatten. So konnte die ganze Gemeinde an dem gelungenen Kinderbibeltag teilhaben.






Der Herr Jesu in Gethsemane

Immer wieder hat der Herr Jesus gesagt, dass er eines Tages für das Böse sterben wird, das jeder auf dieser Erde getan hat. Er weiß, dass seine Zeit dafür gekommen ist. Jetzt braucht er Trost im Gebet. Er geht in den Garten Gethsemane. Dort ist es still. Drei seiner Jünger nimmt er mit sich: Petrus, Jakobus und Johannes. Sie sollen sich in seiner Nähe aufhalten, wachen und beten.

Lange Zeit spricht er mit seinem Vater: "Mein Vater, wenn es sein muss, dass ich sterben soll, dann bin ich bereit. Dein Wille geschehe!" In der Zwischenzeit sind seine Jünger tief eingeschlafen. Sie haben es nicht geschafft zu beten.

Plötzlich wird es laut im Garten. Stimmengewirr ist zu hören, Fackeln leuchten. Judas, einer seiner Jünger, läuft der Männergruppe voran. Er zeigt ihnen, wo und wer der Herr Jesus ist. Viele Juden, Pharisäer und Schriftgelehrte können den Herrn Jesus nicht leiden. Er sagt ihnen nämlich, dass sie vor Gott schuldig sind. Und so schaffen sie es, den Herrn Jesus wie einen Verbrecher abzuführen. Er wird verurteilt, weil er von sich sagt, er sei der Sohn Gottes. Am Kreuz auf Golgatha stirbt er dann für das Böse. Wie gut, dass der Herr Jesus nicht tot geblieben ist. Gott hat ihn wieder lebendig gemacht. Er lebt!

Die Geschichte findet ihr so im Markusevangelium im 14. Kapitel, die Verse, 32-65






Warten können

Weihnachten rückt näher, und wie in jedem Jahr fragte sich Markus, was er diesmal von seinen Eltern geschenkt bekommen würde.

Des Öfteren schlich er seiner Mutter nach. Er tat so, als wolle er ihr bei der Arbeit helfen. In Wirklichkeit aber wollte er nur herausbekommen, welches Weihnachtsgeschenk sie für ihn gekauft hatten.

"Glaubst du, ich wüsste nicht, was du mit deiner Fragerei herausbekommen willst", sagte seine Mutter schließlich. "Aber bis Weihnachten wirst du dich schon noch gedulden müssen, Markus. Überleg' einmal selber: Wenn ich dir jetzt schon sagte, was du geschenkt bekommst, dann wäre es gar keine Überraschung mehr für dich. Auch das Warten und die Vorfreude gehörten zum Weihnachtsfest dazu". "Aber es dauert noch so lange bis Weihnachten", stöhnt Markus. "Noch vier Wochen."
"Ich weiß, was wir tun werden, damit dir das Warten nicht ganz so schwer fällt", sagte Mutter und lächelte.

Am Sonntag war erster Advent.
Mutter hatte einen Adventskranz aus Tannenzweigen mit vier Kerzen gekauft und ihn auf den Wohnzimmertisch gestellt.
Markus durfte die erste Kerze anzünden. "Ich werde dir an jedem Adventssonntag etwas über dein Geschenk erzählen", sagte Mutter. "So wird dir die Zeit bis Weihnachten nicht ganz so lang. Heute verrate ich dir, dass dein Geschenk eine braune Farbe hat."
In der nächsten Woche überlegte Markus angestrengt, was Mutter gemeint haben könnte, aber er kam nicht darauf.

Am zweiten Advent durfte er die zweite Kerze am Adventskranz anzünden. Mutter las eine Geschichte vor, und dann verriet sie ihm auch wieder etwas über sein Geschenk. "Du wirst es sehr lieb haben", sagte sie.
Aber auch das half Markus nicht sehr viel weiter. Denn es war doch klar, dass die Eltern für ihn ein Geschenk ausgesucht hatten, das ihm gefallen würde.
Als er am dritten Advent die dritte Kerze angezündet hatte, sagte Mutter: "Dein Geschenk kann man nicht nur sehen, sondern auch hören." Je mehr seine Mutter Markus über sein Weihnachtsgeschenk erzählte, um so spannender wurde es für ihn.
Als am vierten Advent alle vier Kerzen am Adventskranz brannten und es bis Weihnachten nur noch wenige Tage waren, erzählte Mutter: "Dein Geschenk, Markus, hat noch gar keinen Namen. Den Namen musst du ihn selber erst noch geben."
Ein Geschenk ohne Namen - so sehr Markus darüber nachdachte, er kam nicht darauf, was es sein könnte.

Als er am Heiligen Abend dann endlich in das Wohnzimmer gerufen wurde, lag da ein kleiner Hund auf einer Decke unter dem Weihnachtsbaum. Vor Überraschung und Freude bekam Markus zuerst gar kein Wort heraus.
Er nahm den kleinen Hund auf seine Arme und streichelte ihn.
"Wie wirst du es denn nun nennen - dein Weihnachtsgeschenk ohne Namen?" fragte Vater. "Ich weiß noch nicht. Das muss ich mir erst noch überlegen", antwortete Markus. "Lass dir ruhig Zeit", sagte Mutter "Du hast ja jetzt gelernt, dass alles seine Zeit braucht. Vor Weihnachten kommt nun einmal zuerst die Adventszeit: die Zeit des Wartens. Aber um so größer ist am Ende die Freude. Ist es nicht so, Markus?"
Markus nickte und sah stolz und glücklich auf den kleinen Hund in seinen Armen. Er fand, dass es das schönste Weihnachtsgeschenk war, das er je bekommen hatte.






Von Gott erschaffen.

Adam und Eva gehen durch den Garten Eden. Sie wissen, Gott hat all das Schöne um sie her gemacht. Er hat die Erde erschaffen. Am Anfang war es überall dunkel. Deshalb sagte Gott: "Es soll Licht werden!" Das geschah am ersten Tag.

Den Himmel schuf er am zweiten Tag.

Am dritten Tag trennte er das Land von dem Meer und ließ die Pflanzen wachsen. Jetzt war es schon schön bunt auf der Erde.

Am vierten Tag schuf Gott Sonne, Mond und Sterne. Nun war es nicht nur am Tag schön, sondern auch bei Nacht, mit den funkelnden Sternen. Aber es war so still auf der Erde.

Da schuf Gott am fünften Tag alle Wassertiere und die vielen verschiedenen Vögel. Nun war ein Zwitschern und Singen in der Luft.

Am sechsten Tag schließlich schuf Gott die Landtiere, vom Elefanten bis zum Eichhörnchen. Ja, und er schuf Adam und Eva - sie sollten über seine wunderbare Schöpfung herrschen.

Als Gott am siebten Tag ruhte, war es genauso, wie er es haben wollte. Alles war sehr gut! Adam und Eva hören jemand kommen. Es ist Gott. Froh gehen sie ihm entgegen - wie gut, dass der mächtige Schöpfer bei ihnen ist.






Jesus und die Kinder

Ein arbeitsreicher Tag geht dem Ende zu. Jesus hat vielen Menschen geholfen. Nun sind auch noch die Pharisäer gekommen. Mit ihnen spricht Jesus lange über wichtige Dinge des Lebens.

Sieh da! Auf einmal wollen Kinder zu ihm. Die Kleinen sind bei den Müttern auf dem Arm oder an der Hand. Jesus soll auch ihre Kinder lieb haben und mit ihnen beten. Sie wünschen sich, dass er sich Zeit für die Kleinen nimmt. Aber nein, die Jünger, die bei Jesus sind, haben etwas dagegen. Jesus habe Wichtigeres zu tun, meinen sie.

Außerdem glauben sie wohl, die Kinder seien noch zu klein, um zu verstehen, was Jesus sagt. Die Jünger wollen sie wegschicken. Als Jesus das merkt, wird er ärgerlich. Er möchte nicht, dass die Kinder fortgeschickt werden. Sie sollen alle zu ihm kommen. Er hat Zeit für jedes Kind und hat alle kleinen und großen Kinder lieb. So sagt er mit fester Stimme zu seinen Jüngern: "Lasst doch die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht daran!"

Die Jünger erschrecken. Sie wissen, sie haben sich nicht richtig verhalten. Sie sehen auch, wie lieb Jesus die Kinder hat. Er hört ihnen zu, sieht sie an und versteht sie. Er nimmt sie in seine Arme, drückt sie an sich und segnet sie. Das ist schön!

So liebt Jesus auch dich!

Markus 10, 13-16






Ungewöhnliche Unruhe - und das spät am Abend

"Muh, was ist denn hier los? Wer stört denn meine Nachtruhe? - Nein, der Hirte ist es nicht, der riecht anders. Es sind zwei Leute, aber die sehen nicht gefährlich aus, ich denke, ich kann ruhig bleiben und muss sie nicht mit meinen Hörnern vertreiben. Wenn ich sie mir genau ansehe, scheinen sie sogar müde und erschöpft zu sein, sehr erschöpft, besonders die Frau! Oh, ist die dick, fast so dick wie die Berta, bevor sie ihr Kälbchen bekommen hat. Für Kühe ist es ja in Ordnung, ihre Kälbchen im Stall zu bekommen, aber Menschen sollten für die Geburt ihrer Kinder doch besser in ein Haus gehen. Haben die zwei denn keinen anderen Platz mehr gefunden?"

Leider nein, Maria und Josef sind wirklich sehr erschöpft. Sie sind tagelang gewandert. Kaiser Augustus hatte befohlen, dass jeder in seine Heimatstadt muss, um sich dort in Steuerlisten einzutragen. Zwischen ihrer Wohnung in Nazareth und Bethlehem liegen über 100 km, das ist ganz schön weit, vor allem, wenn man zu Fuß gehen muss, und es immer wieder Berg hoch und Berg runter geht. Jetzt sind sie endlich in Bethlehem angekommen, aber keiner hat mehr Platz, alle Betten sind belegt. Maria ist sogar dankbar für diesen Stall. Er ist nicht gemütlich und stinkt auch, aber hier ist es trocken und warm. Sie kann nicht mehr und sie spürt, es ist so weit, bald wird ihr erstes Kind zur Welt kommen.

Der Ochse beobachtet die beiden ganz genau. Jetzt ist das Kind da - oh, das kann ja schon ganz schön laut schreien, "na ja" denkt er, "ich höre einfach nicht so genau hin. Wie es wohl heißen wird? "Jesus" sagt die Mutter leise, unser erstes Kind soll den Namen "Jesus" bekommen - aber hoppla, was macht sie denn jetzt, sie legt das kleine Wesen einfach in meinen Futtertrog, na das geht aber zu weit..."

Während der Ochse noch überlegt, ob und wie er seinen Futtertrog verteidigen soll, wird es wieder unruhig vor dem Stall. Vorsichtig und kaum hörbar geht die Türe auf. Er hört Stimmen, leise flüstern einige Männer: "Tatsächlich, hier ist eine Familie, die Engel hatten Recht, heute ist hier ein Kind geboren worden." "Schau, seine Mutter hat es in Windeln gewickelt." "Ja, und in eine Futterkrippe gelegt, genau wie der Engel es gesagt hat." Leise und ehrfürchtig kommen die Männer näher, sie ziehen ihre Hüte vom Kopf und knien sich vor das Kind.

"Heute ist der Retter geboren worden, in Bethlehem, der Stadt Davids: Christus der Herr" so hat es der Engel gesagt. Die Hirten sind froh und vielleicht auch ein bisschen stolz, dass sie die ersten Leute sind, die Jesus sehen dürfen. Sie erzählen Maria und Josef von den Engeln, der sie zu dem Stall geschickt hatte. Und sie berichten von dem großen, hell leuchtenden Engelchor. "Gott ist groß und mächtig" haben die Engel gerufen und "Gott möchte Frieden mit den Menschen". Dann verabschieden sie sich und gehen zurück zu ihren Tieren. Sie sind glücklich und dankbar und genau das sagen sie auch Gott. "Danke Gott, dass du deinen Sohn Jesus auf die Welt geschickt hast. Danke, dass wir durch Jesus erkennen können, wie du bist und wie lieb du uns hast. Danke!"

So allmählich wird der Ochse müde, er macht es sich gemütlich auf dem Stroh und schon halb beim Einschlafen denkt er "na so was - Gott schickt seinen Sohn auf die Welt. Gott muss die Menschen ganz doll lieb haben. Hoffentlich merken sie das..."

Diese Geschichte steht (allerdings ohne die Gedanken des Ochsen) in der Bibel im Lukasevangelium, Kapitel 2, Verse 1-20.
Beate Windgassen





Wer ist der Größte ?

Kennt ihr das auch? Tobias hatte noch drei Geschwister und er war der Kleinste und Jüngste. Wie ihn das nervte. Alle paar Wochen stellten sich alle an die Wand und machten ein Zeichen für ihre Größe an die Wand. Oft war Tobias so stolz, wenn er merkte, dass er ein ganzes Stück gewachsen war, aber immer waren auch die anderen gewachsen und er blieb der Kleinste. Die anderen lachten ihn oft aus und nahmen ihn nicht ganz für voll. Das alles hätte er ja gut ertragen, wenn er irgendwo anders eine besondere Rolle gespielt hätte. Aber die anderen waren nicht nur größer als er, sondern auch stärker, geschickter und klüger. Es gab einfach nichts, wo Tobias mal die Nummer 1 spielen konnte. Zählen denn nur die Großen, Starken, Erfolgreichen etwas? Aber nun hatte er keine Zeit mehr darüber nachzudenken, denn sein großer Bruder Samuel lief aufgeregt zum anderen Ende des Dorfes. "Heh, warte doch mal, Samuel", schrie Tobias, "wo willst du denn hin? Kann ich nicht mitkommen?" Samuel lachte im Vorbeirennen und rief: "Denkst du ich habe Zeit, auf Babys zu warten? Ich habe keine Zeit. Ich muss Jesus sehen." Und schon war um die Ecke verschwunden. "Jesus?" Tobias kratzte nachdenklich seinen Kopf. Wer sollte das denn sein? Vater hatte ihnen doch immer wieder eingeschärft, sich nicht auf Fremde einzulassen und ein wenig vorsichtig zu sein. Doch nun lief auch seine Schwester Tabea eilig an ihm vorbei. Auch sie wollte Jesus sehen. Tobias hielt sich einfach an ihrer Hand fest und so musste sie ihn notgedrungen mitnehmen. Unterwegs löcherte er seine Schwester: "Wer ist denn der Jesus? Was wollt ihr denn bei dem? Habt Ihr Vater um Erlaubnis gefragt, zu dem Fremden zu gehen?" Tabea wurde ungeduldig. "Ach Tobias, du nervst mit deinen dummen Fragen. Hast du etwa noch nie mitgekriegt, dass Jesus ein gelehrter Mann ist? Die Leute sagen, er sei Gottes Sohn und er hilft allen, die in Not sind oder Fragen haben. Und nun sein still und beeil dich."

Tobias war nun wirklich still, denn er hatte viel nachzudenken. Jesus - Gottes Sohn? Vielleicht konnte er mit ihm reden und ihm die Hand geben. Aber nein, bestimmt nicht. Tobias schüttelte traurig den Kopf, als er die vielen Leute sah, die sich schon dort versammelt hatten, wo sie Jesus sehen konnten. Nein, Jesus würde sich sicher nicht mit Tobias abgeben. Wahrscheinlich würde er ihn nicht mal sehen, weil er so klein ist. Und überhaupt, was musste man wohl tun, damit Jesus einen bemerkte? Ach, wenn Tobias doch nur klüger wäre und eine gescheite Frage hätte stellen können, aber ihm fiel nichts Richtiges ein.

Um näher an Jesus heranzukommen, schlich sich Tobias nun erst einmal dorthin, wo die zwölf Jünger sich miteinander unterhielten. Das war spannend und Tobias machte seine Ohren ganz weit auf. ‚Ups', dachte er, ‚die haben ja die gleichen Probleme, die ich auch habe.' Sie unterhielten sich nämlich über die Frage: Wer ist der Größte von uns? Dabei ging es ihnen nicht um die Größe in Zentimetern gemessen, sondern darum, welcher der Jünger der Bedeutendste war.

Die Jünger schauten sich schweigend an. Levi deutete auf Simon Petrus: "Natürlich Simon! Er kann am besten das ausdrücken, was wir denken. Simon traut sich was, der nimmt kein Blatt vor den Mund!" Doch Petrus erwiderte: "Halt halt! Wartet mal! Johannes und Jakobus sind immer mit dabei, wenn Jesus jemanden von uns für eine besondere Aufgabe auswählt." Judas warf ein: "Wem die Kasse anvertraut ist, der ist auch wichtig." Damit meinte er sich selbst. Manche nickten, andere hielten sich zurück. Plötzlich sagte einer: "Ich denke, wir könnten ja mal Jesus fragen, wer der Größte von uns ist."

Tobias war froh über diesen Vorschlag, denn auch er wollte ja genau das von Jesus wissen. Der Jünger Thomas hob langsam den Kopf: "Glaubt ihr, dass diese Frage zu Jesus passt? Er denkt oft so ganz anders als die Menschen. Vielleicht ist ihm diese Frage gar nicht wichtig." Doch die anderen ließen sich nicht abhalten und so gingen sie Jesus. Auch Tobias ging mit ihnen. Er versteckte sich ein bisschen hinter Petrus und Andreas. Dann endlich standen sie vor Jesus und einer fragte: "Jesus, wer ist in der neuen Welt Gottes der Größte?" Tobias war gespannt wie ein Flitzebogen, welche Antworten Jesus geben würde. Dieser sagte zunächst gar nichts und schaute sie alle der Reihe nach an. Dann ging er einen Schritt auf Petrus und Andreas zu, schob die beiden auseinander und stand direkt vor Tobias. Tobias bekamt einen gewaltigen Schrecken und wurde knallrot. Jesus aber reichte ihm die Hand und zog ihn genau in die Mitte des Jüngerkreises. Dann schaute er wieder seine Jünger an und sagte: "Ich versichere euch: Wenn ihr euch nicht ändert und den Kindern gleich werdet, dann könnt ihr in Gottes neue Welt überhaupt nicht hineinkommen." Die Jünger wunderten sich und wieder einmal verstanden sie Jesus nicht so richtig.

Tobias aber kam sich sehr, sehr wertvoll vor. Noch immer hatte er nichts Besonderes getan, noch immer war nicht gewachsen, noch immer war er nicht kräftiger geworden. Aber er spürte, dass Jesus ihn lieb hatte und ihn ganz wichtig nahm. Das allein genügte ihm. ‚Ich bin wertvoll für Jesus' - dieser Gedanke ging ihm immer und immer wieder im Kopf herum. Und das ist ja das Beste, was es geben kann. Wie ein großartiger Schatz, eine wunderbare Entdeckung kam es Tobias vor. Er hatte verstanden, was Jesus sagen wollte: Bei Jesus muss man keine Prüfung ablegen, keinen Test bestehen, nichts beweisen, sondern bei ihm darf man einfach so sein wie man ist und sich darüber freuen, dass er uns annimmt und lieb hat.

Das will Tobias nie mehr vergessen und es seinen Geschwistern weiter erzählen. Wirklich groß ist der, der sich ganz auf Gott verlässt und sich von Gott beschenken lässt. Tobias nahm sich vor, dass er sein ganzes Leben lang, auch dann, wenn er endlich groß und stark und klug sein würde, immer ein Kind Gottes bleiben wollte.

Die hier erzählte Geschichte kannst du nachlesen im Matthäus-Evangelium,
Kapitel 18, 1-5






Auszeit

Kennst du das auch, dass es Tage gibt, die einem ziemlich chaotisch vorkommen?

Schon morgens wird die Zeit knapp und du musst dich beeilen, um noch rechtzeitig in der Schule zu sein. Aber dort ist es auch nicht gerade erholsam. Das Übungsdiktat war viel zu schwer und in der letzten Stunde gibt es auch noch die Mathearbeit zurück. Du hast zwar nicht voll daneben gelegen, aber richtig froh bist du über deine Vier auch nicht. Müde und kaputt schleppst du dich nach Hause und dir graut jetzt schon vor den vielen Hausaufgaben. Dabei hättest du eigentlich genug anderes zu tun: Steffi und Jasmin haben gefragt, ob du mit ins Kino gehst und ein paar andere wollen sich zum Streetball treffen, Tim und Kai wollen ihre Fahrräder gründlich putzen und fit machen und dazu hättest du auch Lust. Aber da sind die Hausaufgaben und deine Mutter, die dich unbedingt zur Gartenarbeit überreden will. Sonst hast du die Hausaufgaben immer mit Sabine, deiner besten Freundin gemacht, aber seit zwei Tagen sprecht ihr kein Wort mehr miteinander, weil ihr euch gestritten habt. Du würdest das gerne wieder in Ordnung bringen, aber du weißt nicht wie und wenn du an euren Streit denkst, dann könntest du so losheulen. Als du nach Hause kommst, ist auch dort die Hektik ausgebrochen. Überraschend haben Onkel Klaus und Tante Moni ihren Besuch angekündigt und ihr versucht, in Windeseile das Haus aufzuräumen.

Kennst du solche Tage? Tage, an denen man irgendwann gar nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht? Tage, an denen alles schief läuft? Tage, an denen man den Überblick verliert und nicht mehr weiß, wie man handeln soll? Tage, in denen es nur hektisch und chaotisch ist und du dich am liebsten in eine andere Welt beamen möchtest?

Ich bin froh, dass ich an solchen, aber auch an ganz normalen Tagen eine Auszeit nehmen kann.

Auszeit, das ist ein Ausdruck aus dem Sport, z. B. aus dem Handball, Volleyball, Basketball. Hier können die Mannschaften eine Auszeit, ein Timeout anmelden. Der Trainer gibt dem Schiedsrichter ein besonderes Zeichen und das Spiel wird für kurze Zeit unterbrochen. In dieser Zeit kommt die Mannschaft mit dem Trainer zusammen und der Trainer gibt Hinweise, wie sie weiterspielen sollen. Er hat das Spiel beobachtet und so kann er ganz genau sagen, welcher Spieler an der richtigen Stelle spielt, welcher Spieler noch mehr Kraft aufwenden müsste und wer vielleicht etwas Energie sparen muss. Weil der Trainer den Überblick hat, hören die Spieler genau hin und nehmen sich jeden Tipp zu Herzen. Aber auch mehr geschieht in dieser kurzen Auszeit: Der Trainer macht seinen Spielern Mut. Er erinnert sie an das, was sie trainiert haben und sagt ihnen, dass sie alle zusammen halten müssen. Schnell bekommen sie noch einen Schluck zu trinken und dann ist die Auszeit schon wieder zu Ende und die Spieler gehen neu erfrischt und motiviert ins Spiel. Sie haben in dieser kurzen Zeit abgeschaltet und noch mal über ihr Spiel nachgedacht, haben sich Rat geholt von einem, der den Überblick hat.

Solche Auszeiten können wir auch nehmen, nicht bei unserem Sportlehrer oder Trainer, sondern bei Gott. Er ist derjenige, der einen Überblick über unser Leben hat. Er weiß nicht nur, was um uns herum passiert, sondern auch, was in uns drin, in unseren Gedanken und Gefühlen los ist und deshalb ist er derjenige, der Antworten, Ratschläge und ermutigende Worte für uns hat. Deshalb mein Tipp für dich: Nimm dir jeden Tag mindestens eine Auszeit bei Gott. Rede mit ihm, frage ihn, wie du deine Konflikte lösen sollst, lass dir Mut zusprechen, wenn in der Schule mal nicht alles so klappt. Heul dich einfach bei ihm aus, wenn dir danach ist. Vor Gott musst du dich nicht schämen, ihm kannst du dein ganzes Herz ausschütten. Gott will dich ermutigen, er will dich erfrischen und er will, dass du es weißt, dass er jeden Tag, jede Minute und jede Sekunde bei dir ist.

Deshalb bin ich froh, dass ich diese Auszeiten bei Gott nicht lange vorher anmelden muss, sondern mitten im Gewühle, mitten in einer Klassenarbeit, mitten in einem Streit Gott um Hilfe bitten kann. Wenn ich nicht mehr durchblicke, behält er den Überblick. Wenn ich nicht weiter weiß, hat er einen Weg. Wenn ich aufgeben will, dann spricht er mir Mut zu. In der Bibel steht: "Ihr Menschen, vertraut ihm jederzeit, und schüttet euer Herz bei ihm aus! Gott ist unsere Zuflucht!" (Psalm 62, 9)
Probier' es mal aus.

Martina Walter





Karfreitag und Ostern

Der Karfreitag ist der höchste evangelische Feiertag, der seit dem 2. Jahrhundert als Trauertag begangen wird. Wir erinnern uns an diesem Tag an den Tod Christi am Kreuz.
Die Vorsilbe "Kar" kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet "Sorge".
Zu Ostern feiern wir die Auferstehung Christi von den Toten. Dies ist das älteste christliche Fest, das aber mit noch älteren Frühlingsfeiern verschmolz.
Der Termin richtet sich nach dem jüdischen Pessachfest. Aber im 2. Jahrhundert stritten die Kirchenführer sich um die Berechnung des Festtermins. Diesen Streit nennt man den Osterfeststreit.
Heute feiern wir Ostern am 1. Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. Damit liegt Ostern immer zwischen dem 22. März und dem 25. April. In der frühen Zeit der Kirche und im Mittelalter wurden in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag die Tauffeiern gehalten.

In der Früh gehen die Frauen zum Grab. Sie sind traurig.
Jesus ist tot! Sie kommen zum Grab. Der Stein ist weg!
Sie gehen hinein. Da sitzt ein Engel und sagt:
"Jesus ist auferstanden! Jesus lebt! Ihr werdet ihn sehen!"
Die Frauen erschrecken. Sie laufen davon. Die Sonne ist aufgegangen.





Ob die auch Weihnachten feiern?

Neben unserem Haus ist das Hotel Schwarzer Schwan. Das stand lange leer. Jetzt wohnen achtzig fremde Leute drin. Die meisten sehen anders aus als wir. Sie haben braune Haut und schwarze Augen und Haare. Asylsuchende heißen sie. Mutti hat gesagt, wo die herkommen, geht's den Leuten nicht so gut wie bei uns. Da hungern viele.
Auch Kinder wohnen dort. Ein paar von ihnen gehen in meine Schule. Sie haben ganz komische Namen. Und sie können nicht so sprechen wie wir. Drei Jungen sind sehr frech, sie strecken die Zunge heraus, stellen anderen das Bein und prügeln sich mit ein paar Jungen von uns herum, die auch so wild sind.
Eine aus dem Schwarzen Schwan sitzt neben mir. Surija heißt sie - oder so ähnlich. Sie wischt sich die Nase am Ärmel ab, aber sonst ist sie sehr nett. Sie kann besser Springseil springen als ich. In der Pause spielen wir immer zusammen. Im Lesen helfe ich ihr, weil sie noch fast nichts lesen kann. In den Strümpfen hat sie oft Löcher. Sie hat mich schon mal mitgenommen in den Schwarzen Schwan. Da hab' ich zwischen ihr und ihrer Mutter am Tisch gesessen und hab' mitgegessen. Surija hat drei Brüder und eine Schwester. Und ihr Vater hat einen buschigen Schnurbart.
Zwei Familien sind aus unserem Haus schon ausgezogen, weil sie nicht neben Asylsuchenden wohnen wollen. Aber ich bleibe vor dem Schwarzen Schwan oft stehen und schaue zu, wie die Kinder spielen und die Großen miteinander reden. Das ist spannend, auch wenn ich nichts verstehe. Als ob ich in einem fremden Land wäre. In unserem Haus den anderen zuzusehen, ist längst nicht so aufregend. Die leben ja alle ganz ähnlich wie wir. Aber die im Schwarzen Schwan, die machen andere Bewegungen als wir. Die verziehen das Gesicht anders als wir. Bei ihnen riecht das Essen anders, und die Kinder sind bis spät abends auf. Oft singen die Familien gemeinsam - und wie laut! Bei uns im Haus singt niemand. Da hört man nur Radios und Fernseher.
Aber wenn die Asylsuchenden sich wehtun, weinen sie genauso wie wir.
Ob die auch Weihnachten feiern! Jedenfalls hab' ich eine kleine Überraschung für sie vor. Ich backe nämlich in jeder Adventszeit mit Mutti Plätzchen. Eine große Büchse von Plätzchen darf ich austeilen, an wen ich will. Mit der Büchse will ich in den Schwarzen Schwan gehen und die Plätzchen austeilen an alle, die dort wohnen. Damit sie sehen, wie unsere Weihnachtsplätzchen schmecken.
Ob ich auch den drei frechen Jungen welche geben soll? Ich glaube ja. Vielleicht werden sie davon ein bisschen freundlicher. Vielleicht sind sie nur so frech, weil sie sich schämen, dass sie anders sind als wir? Und arm sind? Und merken, dass viele von uns sie nicht mögen? Jeder ist in einem anderen Land anders. Auch wir. Als wir mal unseren Urlaub in Spanien verbracht haben, sahen wir auch anders aus als die meisten, die dort lebten. Ich finde es viel interessanter, wenn schwarze, braune und weiße Menschen zusammen leben. Und freundlich zueinander sind.
Jedenfalls - frohe Weihnacht - auch euch im Schwarzen Schwan. Und schaut mal bei uns rein. Meine Eltern sagen, wer Lust hat, kann an den Feiertagen kommen. Auch wenn ihr noch nicht deutsch sprechen könnt.





Die schönste Farbe

"Grün!" "Nein, Rosa!" "Nein, Grün!" Rosa - Grün - Rosa... Aus dem Kinderzimmer kommt Geschrei. "Was ist denn hier los", will der Papa wissen. Lena sagt, Rosa ist die schönste Farbe, aber das stimmt gar nicht, erklärt Markus, "weil grün ist viel schöner!" "Stimmt nicht", brüllt Lena. "Rosa ist die allerallerschönste Farbe. Papa, du musst entscheiden. Was ist schöner: Grün oder Rosa?"

"Es ist schon recht, wenn jeder von euch seine Lieblingsfarbe hat", sagt Papa. "Aber die schönste Farbe festlegen? Das will ich nicht. Und stellt euch vor, auch die Farben selbst hatten einmal Streit darüber, welche die beste, die wichtigste, die nützlichste und die schönste sei. Davon will ich euch erzählen:

Grün sagte: "Natürlich bin ich die Wichtigeste. Ich bin das Zeichen des Lebens und der Hoffnung. Ich wurde auserwählt für Gras, Bäume und Blätter - ohne mich würden alle Tiere sterben. Seht euch einmal die Landschaft an, dann werdet ihr sehen, dass ich in der Mehrzahl bin." Blau unterbrach: "Du denkst nur an die Erde. Denk doch einmal an den Himmel und das Meer."
Gelb kicherte: "Ihr seid alle so ernst. Ich bringe Lachen, Fröhlichkeit und Wärme in die Welt. Die Sonne ist gelb, der Mond ist gelb, die Sterne sind gelb. Immer, wenn ihr eine Sonnenblume anseht, fängt die ganze Welt zu lächeln an. Ohne mich gäbe es keinen Spaß."
Orange blies dann auf seine Weise in die Trompete: "Ich bin die Farbe der Gesundheit und der Stärke. Ich bin vielleicht seltener, aber ich bin kostbar. Ich habe die wichtigsten Vitamine in mir. Ihr braucht nur an Karotten, Kürbisse oder Orangen zu denken. Ich hänge nicht ständig herum, aber wenn ich beim Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang den Himmel fülle, ist meine Schönheit so überwältigend, dass keiner noch an einen von euch denkt."
Rot hielt es nicht mehr aus und rief laut: "Ich bin Herrscher über euch alle, Blut, Blut des Lebens. Ich bin die Farbe der Leidenschaft und der Liebe, rote Rose, Weihnachtsstern und Klatschmohn."
Und so rühmten sich alle Farben, denn jede war davon überzeugt, dass sie die Beste war. Ihr Streit wurde lauter und lauter.
Plötzlich kam ein greller weißer Blitz, und Donner rollte und dröhnte. Es fing an, in Strömen zu regnen.
Die Farben duckten sich alle vor Angst und rückten eng zusammen. Dann sagte der Regen: "Ihr törichten Farben, ihr streitet unter euch und versucht, die anderen zu beherrschen. Wisst ihr nicht, dass Gott euch alle zu einem bestimmten, einmaligen und ganz anderen Zweck geschaffen hat? Er liebt euch alle. Er will euch alle. Gebt euch die Hände und kommt mit mir. Wir werden euch in einem großen farbigen Bogen über den Himmel spannen, um zu zeigen, dass Gott euch alle lieb hat."


GEBET
Halte zu mir, guter Gott, heut den ganzen Tag.
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.
Du bist jederzeit bei mir. Wo ich geh' und steh'
spür ich, wenn ich leise bin, dich in meiner Näh'.
Gibt es Ärger oder Streit und noch mehr Verdruss,
weiß ich doch, du bist nicht weit, wenn ich weinen muss.
Halte zu mir, guter Gott, heut den ganzen Tag.
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.
Amen.




Nach dem Gewitter

Sabine und Peter fahren zu ihren Großeltern auf den Bauernhof am See. Dort verbringen sie die Tage um Pfingsten. Sie freuen sich auf die vielen Tiere, die bunten Blumen, das Wasser, die Berge, die gute Luft, die langen Tage und die kurzen Nächte. Hier können sie viel im Freien spielen. Manchmal helfen sie auch im Garten, beim Füttern oder sogar draußen auf dem Feld mit. Ein richtiges Ferienparadies!
Heute ist ein herrlicher Tag. Am Nachmittag fahren sie mit Großvater aufs Feld. Unterwegs muss Peter seine Jacke ausziehen. So warm scheint die Sonne. Aber mit der Zeit wird es ihm kühl. Dunkle Wolken haben sich vor die Sonne geschoben. Vom See her weht ein scharfer Wind. Aus heiterem Himmel zieht hinter dem Berg ein Gewitter auf. Schnell packen sie ihre Sachen ein und machen sich schleunigst auf den Nachhauseweg. Da zucken auch schon die ersten Blitze über den dunklen Waldrand. In der Ferne ist der Donner zu hören. Fest schmiegt sich Sabine an den Großvater. Kaum sind sie wieder daheim, da schüttet es auch schon wie aus Kübeln.
Und nun stehen sie alle am Küchenfenster und schauen hinaus. Auf dem See breitet sich eine trübe Nebeldecke aus. Aus dem Wald steigen dampfende Dunstwolken auf. Die Häuser im Dorf drüben sind kaum noch zu sehen. Jetzt wird es Peter mulmig.
Auf einmal reißt der Nebelschleier auf. Vorsichtig blinzelt die Sonne hinter den Wolken hervor. Die dunkelroten Dächer der Häuser und Höfe leuchten auf. Die weißgescheckten Birkenstämme treten ans Licht. Das grünbraune Schilfgras taucht aus dem Grau des Ufers. Schließlich sind auch die hellgrünen Baumwipfel des Waldes zu erkennen. Der Regen lässt nach und schon sind am Himmel wieder einige Vögel zu sehen. Und endlich glitzert auch der See. Staunend stehen die drei am Fenster. "Ist das nicht großartig?" unterbricht Großvater staunend ihr gemeinsames Schweigen.
"Warum ist die Welt so schön?" will Sabine wissen. Und fragend fährt sie fort: "Wer hat das alles gemacht?" Peter kann es kaum fassen, was sich da vor seinen Augen abspielt. "Wie kommt es, dass die Sonne nicht vom Himmel fällt? Wieso läuft das Wasser den Berg hinunter und steigt der Dampf hinauf?" Peter und Sabine haben viele Fragen.
Wie abwesend murmelt der Großvater: "Ich stelle mir manchmal vor, dass es am Anfang ganz ähnlich war. Am Anfang, als Gott die Welt erschaffen hat." Jetzt fällt dem Peter etwas ein: "Davon haben wir erst im Religionsunterricht gesprochen. Es gibt dazu eine Geschichte in der Bibel. Kennst du die?" "Was ist das für eine Geschichte?" unterbricht Sabine. "Ja, darüber haben schon viele Menschen nachgedacht - wie das wohl am Anfang war!" Großvater setzt sich an den Tisch. Er überlegt. "Bitte, Großvater erzähl diese Geschichte!" bettelt Sabine. Großvater beginnt zu erzählen:
"Vor Urzeiten hat Gott Himmel und Erde erschaffen. Zuerst herrschte noch Unordnung. Die Erde sah aus wie eine Wasserwüste. Es gab kein Leben. Über dem Urmeer lag dichter Nebel. Es war stockdunkel. Aber Gottes Geist war da, spürbar über dem Wasser.
Gott sprach: "Es soll hell werden und Licht über dem Wasser!" Und schon war im Urlicht das Meer deutlicher sichtbar. Das war gut so. Jetzt konnte man das Licht von der Finsternis unterscheiden. Darüber wurde es Abend und wieder der Morgen: ein erster Schöpfungstag."

Gebet:
Gott, du Schöpfer des Himmels und der Erde. Du hast diese Welt mit deinem Licht erhellt und sie mit Lebenskraft erfüllt. Dafür danken wir dir und bitten dich: Öffne unsre Augen für die Schönheit deiner Schöpfung, damit wir dich als unseren Gott erkennen und uns am Leben freuen.
Amen.





In der Bibel gibt es viele Geschichten darüber, wie Frauen und Männer Aufregendes mit Gott erlebt haben. Dass auch Kinder in manchen Geschichten eine wichtige Rolle spielen, ist weniger bekannt. Darum erzählen wir euch eine von ihnen.


Jairus fasst Vertrauen

Titian, ein reicher Kaufmann, der mit herrlichen Stoffen und Teppichen handelte, war mit seiner Frau und seinen drei Töchtern sehr glücklich. Trotzdem hatte er immer Angst davor, dass einer seiner Töchter etwas zustieß. "Ja, es stimmt wirklich. Die 12-jährige Tochter von Jairus, dem Vorsteher der Synagoge, war schwer krank geworden. Jairus eilte ans Seeufer, wo er Jesus traf, von dem er schon viel gehört hatte. Ihm erzählte er, dass seine Tochter im Sterben liegt und bat ihn, ihr zu helfen. Doch viele Leute waren wieder um Jesus rum und wollten von ihm hören.
Titian wurde hin- und hergeschoben von der Menge, bis..." "Hier ist ihr Essen, gnädige Frau." Titian stocherte Gedanken versunken in seinem Teller herum und lauschte. Er konnte die Frau am Nebentisch im Gasthaus zu Kapernaum gut verstehen, denn um die Mittagszeit war das Gasthaus nur schwach besucht. Er war auf Geschäftsreise nach Kapernaum gekommen und weil er schon einige Tage von zu Haus weg war, machte er sich wieder einmal Sorgen, wie es wohl seiner Familie zu Hause ging. Deshalb hörte er aufmerksam zu, als die Frau, nachdem sie einige herzhafte Bissen gekaut hatte, den beiden anderen Frauen am Tisch weitererzählte.
"Also, wo war ich stehen geblieben - ach ja, Jairus hörte Jesus zu; da kam einer ganz verzweifelt auf Jairus zugerannt und rief ihm zu: "Jairus, deine Tochter ist gestorben. Jesus kann da auch nichts mehr machen." Jesus bekam dies mit und drehte sich zu Jairus um und sagte: "Fass Vertrauen zu mir! Hab' keine Angst, dann wird sie gerettet." - Und dann ging Jesus mit Jairus und dem Boten zu seinem Haus. Im Haus weinten alle und trauerten.
Neulich habe ich von einer Nachbarin gehört, dass Jesus dann mit Jairus und seiner Frau und einigen seiner Begleiter zu dem toten Mädchen ins Zimmer ging und kurze Zeit später saß das Mädchen am Tisch und aß etwas." - "Das gibt's doch gar nicht! Und glaubst du das, Lydia?" Mit halbvollem Mund sprach eine der beiden Frauen, die Lydia zugehört hatte, sie an. - "Natürlich, denn ich habe Lydia damals kurz danach auf dem Marktplatz gesehen. Und glaubt mir, dieser Jesus ist wirklich Gottes Sohn, denn Gott hat ihn nach dem Tod am Kreuz aufgeweckt und darum gilt auch uns, was Jesus damals im Haus von Jairus gesagt hat: "Warum weint ihr? Das Kind ist nicht tot, es schläft nur!" Jesus hatte es auferweckt; und seit Jesus auferstanden ist vom Tod, weiß ich, dass auch mein Leben nach dem Tod weitergehen wird. Und noch etwas: Als Jesus damals das Haus von Jairus verließ, war bei denen alles anders. Kurz darauf hörte ich in der Synagoge nach dem Gottesdienst, wie Jairus zu einigen Männern sagte: "Dieses Vertrauen zu Jesus war plötzlich stärker als die Trauer. Ich hab' ihm geglaubt, was er sagt und so war's dann auch...".
Leider musste Titian dringend zu einem Kundenbesuch. So bezahlte er rasch und machte sich auf den Weg. Das Gehörte ließ ihn nicht los. Wenn ich wie dieser Jairus zu Jesus Vertrauen fasse, dann...
Am Abend, als er im Wirtshaus in seinem Gastzimmer saß, faltete er die Hände und betete: " Guter Gott, du hast deinen Sohn Jesus auf diese Welt geschickt und ihn nach dem Tod am Kreuz aufgeweckt. Wenn du stärker bist als der Tod, dann bist du auch stärker als meine dauernde Angst. Lass mich zu dir Vertrauen fassen, dass du jetzt bei meiner Familie bist und sie beschützt und segnest. Danke, dass ich mit dir reden kann und dir wir der Jairus vertrauen darf. Gib mir jetzt eine ruhige Nacht und einen guten Schlaf. Amen."




Wo wohnt der liebe Gott?

Der letzte Tag vor den Weihnachtsferien im Kindergarten ist da. Die Kinder sind alle schon ganz früh gekommen heute morgen, denn sie freuen sich auf ihre Weihnachtsfeier. "Mama hat gesagt, dass wir nur noch dreimal schlafen müssen, dann ist Weihnachten - stell dir vor: nur noch dreimal schlafen", sagt Michaela zu Jörg. Der nickt. Weiß er schließlich selber! Die Gruppe spielt im Vorraum, denn im Gruppenraum ist schon alles vorbereitet für die Feier. Ganz wuselig und aufgeregt sind die Kinder, bis es endlich soweit ist und Frau Krebs mit der kleinen Glocke alle zum Stillsein auffordert. Dann dürfen sie hinein, - der Weihnachtsbaum leuchtet und die Tische sind festlich geschmückt. Auf jedem Platz liegt ein kleines Päckchen, und unterm Baum liegen noch drei große.
Da sind die Spielsachen für den Gruppenraum drin. Das wissen Michaela und Jörg noch vom letzten Jahr.
Die Kinder setzen sich auf den Boden vor den Baum. In der Adventszeit haben die Großen Krippenfiguren gebastelt , und jetzt darf jeder eine in die Hand nehmen. Susanne hat die Figur von Maria und Jörg den Josef. Tim und Philipp haben die Hirten und die Kleinen, Sabine, Simon, Sandra und Petra die Schafe und den Hirtenhund.
Michaela hat den großen weißen Engel, und Anke darf das kleine Jesuskind halten. Frau Krebs stellt den Stall, der jetzt noch ganz leer ist, unter die grünen Zweige des Tannenbaums. Sie beginnt zu erzählen von dem Stall, der da in Bethlehem steht und in dem nur ein Ochs und ein Esel sind. Stefan und Thommi stellen die beiden Tiere in den Stall. Frau Krebs erzählt weiter, wie sich Maria und Josef auf den Weg nach Bethlehem machten, weil der Kaiser Augustus befohlen hatte, dass alle an den Ort ihrer Herkunft gehen sollen. Sie fanden nur einen Stall, weil nirgendwo Platz für sie war. Vorsichtig stellen Susanne und Jörg Maria und Josef zu Ochs und Esel in den Stall. Und so geht die Geschichte weiter - bis zum Schluss alle Kinder ihre Figuren aufgestellt haben und das Jesuskind im Stroh liegt.
Die Kinder sind ganz bei der Sache und haben rote Backen vor Freude. Schön sieht sie aus, die Krippe. Sandra stellt die Hirten noch ein wenig näher heran - damit sie das Kind auch richtig gut sehen können.
"Und wo ist das Jesuskind jetzt?", fragt Jörg mitten in die Gruppe. Frau Krebs sieht ihn an: " Wie meinst du, Jörg?" "Na - wo es jetzt ist - das Jesuskind?" Bevor Frau Krebs antworten kann, sagt Sandra: "Beim lieben Gott, denke ich!" "Und wo ist der liebe Gott?", fragt Jörg weiter. "Im Himmel, die Doofie!", mischt sich der große Stefan ein. "Das weiß doch jeder!" Frau Krebs klatscht in die Hände. "So Kinder, und jetzt dürft ihr euch an den Tisch setzen und die guten Weihnachtsbrötchen essen, wer will Kakao, wer will Tee?"
Jörg setzt sich an seinen Platz. Er schielt ein wenig aus dem Fenster zum Himmel. Da droben soll der liebe Gott wohnen? Als Jörg nach Hause kommt, fragt er bereits an der Haustür: "Du Mama, wo wohnt der liebe Gott?" Die Mama sagt: "Na - Jörg, das weißt du doch, überall wohnt Gott und zum Beispiel in der Kirche - du, ich muss schnell zu Frau Maier, ich hab ihr versprochen, die Blumen vorbeizubringen - spielst du solange?" Jörg nickt. Beim Mittagessen will Jörg den Papa fragen, wo der liebe Gott denn nun wirklich wohnt - und vielleicht auch, wie er aussieht, aber Papa hatte Ärger im Geschäft und redet ganz viel und erregt mit der Mama. Da fragt Jörg lieber nicht.
"Kann ich heute Mittag mal zur Omi?" fragt er die Mama. Die nickt. Zum Glück wohnt Omi am Ende der Straße, da wo Jörg schon alleine hinlaufen kann. Er klingelt dreimal, dann weiß Omi gleich, dass er das ist. Omi macht auf. "Na, das hört sich ja an wie eine ganze Schulklasse", lacht sie, weil Jörg ungeduldig noch fünfmal auf den Klingelknopf gedrückt hat. "Du Oma!" Jörg bleibt im Flur stehen. "Kannst du mir sagen, wo der liebe Gott genau wohnt?" Die Oma holt tief Luft - "Ach, weißt du Jörg", sagt sie dann, "der liebe Gott wohnt nirgendwo - der ist überall - wir können ihn zwar nicht sehen, aber er ist überall irgendwie da!" "Das sagt Mama auch, aber sie sagt auch, er ist in der Kirche. Wo ist er jetzt also wirklich?"
Oma macht ein nachdenkliches Gesicht! "Ja siehst du, Jörg - der liebe Gott ist bestimmt in der Kirche, aber er ist auch hier bei uns, jetzt wo du nämlich nach ihm fragst, weil er in den Herzen der Menschen ist - kannst du das verstehen?"
"Nee!" Jörg schüttelt den Kopf. "Aber macht nichts, Oma", fügt er tröstend hinzu, denn die Oma sieht irgendwie nicht so ganz glücklich aus. "Heute Abend frag' ich den Papa", sagt Jörg, "der weiß alles - fast. Spielen wir ‚Mensch ärgere dich nicht'?"
Am Abend hat Jörg Glück, denn der Papa kommt ganz früh nach Hause. Jörg steht an der Tür und wartet, bis Papa das Garagentor zugeschlossen hat. "Ich muss dich sofort was fragen!", sagt er dann auch gleich. Papa lacht und setzt sich in den großen Ohrensessel. "Dann schieß mal los!"
"Wo ist der liebe Gott? - Die Mama sagt überall und in der Kirche, der Stefan im Kindergarten sagt im Himmel und die Omi sagt, er ist in den Herzen der Menschen, also wo ist er jetzt echt?" Papa verzieht das Gesicht: "Also, das ist so eine Frage..." Er überlegt. "Alle, die du gefragt hast, haben ein bisschen recht - siehst du, das wichtigste aber ist, dass wir Menschen glauben können, dass uns Gott lieb hat. Deshalb hat er ja auch seinen Sohn zu uns geschickt!" "Weiß ich, das Jesuskind", nickt Jörg. "Tja", fährt der Papa fort, "am besten gefällt mir Omis Antwort. Gott ist überall da, wo Menschen sind, weil er nämlich mitten unter ihnen sein will." Papa stockt. "Es ist wirklich schwierig, weißt du, das zu erklären, auch für uns Erwachsene..." "Wie viele Tage sind es jetzt noch bis Weihnachten?", fragt Jörg jetzt. "Noch zwei Tage"; sagt Papa. "Morgen holen wir die Krippe aus dem Keller - du darfst mir helfen!" "Auja", sagt Jörg, "und am Heiligen Abend darf ich das Jesuskind in die Futtergrippe legen - ein Glück, dass man das wenigstens sehen und anfassen darf!"




Stärker als der Tod....

Ich bin so traurig. Schluchzend lehnt Rahel ihren Kopf an die Schulter von Rebekka. "Meinst du, dass Mirjam wieder gesund wird? Wir haben so viel miteinander erlebt und noch so große Pläne. Und die ist doch auch erst 12 Jahre - wie wir. Sie soll nicht sterben. Niemand soll sterben - oder wenigstens keine Kinder!"
Behutsam versucht Rebekka sie zu trösten. Aber sie hat selbst keine Worte - nur Tränen. Zu tief sitzt der Schmerz im Herz. Die quälende Ungewissheit bohrt sich immer tiefer in den Kopf. Mirjam, Tochter von Jairus, dem Leiter der Synagoge (jüdische Kirche) ist schwer krank. Die Ärzte haben alle Hoffnung aufgegeben. Nur ein Wunder wird sie retten. Aber es kann auch jeden Augenblick mit ihr zu Ende gehen. Niemand kann ihr mehr helfen.
Rebekka gibt sich einen Ruck. "Rahel, wir müssen jetzt ganz stark sein. Du weißt, was Menschen als letztes Zeichen der Liebe bei Toten tun?"
Rahel nickt: "Sie reiben sie mit Salbe ein." Rebekka hält ein paar Münzen in der Hand. "Das habe ich gespart. Ich will es Mirjam schenken. Komm, wir gehen zu Salome und kaufen die beste Salbe als letztes Zeichen unserer Freundschaft und Liebe für Mirjam. Wir werden sie niemals vergessen."
"Du hast recht, Rebekka. Wir müssen wohl realistisch sein. Aber es ist so schwer." Mit schleppenden Schritten gehen sie weiter Richtung Salome.
Plötzlich sehen sie, wie ein Mann mit schnellen Schritten in eine Seitenstraße einbiegt. "Sag mal, ist das nicht Jairus, der Vater von Mirjam?"
"Doch - aber wo rennt er hin? Will er zum Arzt? Aber das wäre eine ganz andere Richtung. Oder ist Mirjam schon tot? Warum läuft er dann so schnell? Komm, ich will sehen, was da los ist."
Rahel und Rebekka können mit Jairus zwar nicht Schritt halten, aber das war auch gar nicht nötig. Ein paar Straßen weiter stehen viele Leute. Sie hören jemandem zu. Rahel und Rebekka finden einen Mauervorsprung an der Seite. Schnell klettern sie hinauf. So können sie genau sehen, was passiert. Jairus bahnt sich einen Weg durch die Menge. Bis hin zu dem Mann, der dort redet.
"Du, ist das nicht der Jesus? Manche sind begeistert von ihm. Andere haben vor ihm gewarnt. Meint Jairus, dass der ihm helfen kann? Schade, zu weit weg, ich kann nicht genau verstehen, was die sagen."
"Rahel, schau mal, der kniet vor Jesus nieder. Er fleht Jesus um Hilfe an."
"Und - kommt Jesus?"
Nein, da ist auf einmal so ein Gedränge. Jetzt kann ich nichts mehr erkennen. Doch, da ist irgendwas mit einer Frau."
"Aber Jesus muss doch jetzt zu Mirjam und ihr helfen. Bitte, Jesus, komm doch!" fleht Rebekka leise.
Rahel stupst sie am Arm: "Schau mal, wer da kommt. Das ist doch einer von Jairus Leuten. Das sieht nicht gut aus. Sein Gesicht ist ganz ernst. Jetzt geht er zu Jairus, flüstert ihm etwas ins Ohr. Bestimmt ist sie tot!"
Jairus sackt zusammen, senkt den Kopf. Und Jesus?
Jesus schaut ihn an. Er legt ihm die Hand auf die Schulter. Auf einmal ist es ganz still. Jeder will hören, was Jesus sagt: "Jairus, fürchte dich nicht, glaube nur. Deine Tochter wird wieder gesund."
Dann geht Jesus mit Jairus. Rebekka und Rahel kennen ein paar Schleichwege, so sind sie schneller am Haus von Jairus. Schon von weitem hört man die Klagelieder, die laut vor dem Haus gesungen werden. Alle Nachbarn sind da und weinen.
Rebekka schüttelt den Kopf: "Zu spät! Tot ist tot. Da kann keiner mehr helfen!"
Jetzt kommt Jairus mit Jesus. Was wird er tun?
Mit klarer Stimme sagt Jesus: "Weint nicht! Sie ist nicht gestorben. Sie schläft!"
Aber die Klagelieder werden nur lauter. Sie schütteln den Kopf. In ihr Weinen mischt sich ungläubiges Lachen: "Was willst du uns schon sagen. Wir kennen den Unterschied zwischen Schlaf und Tod. Wir wissen, wenn jemand tot ist. Tot ist tot!"
Jesus geht ins Haus. Nur die Eltern, Petrus, Johannes und Jakobus dürfen mit.
"Ich wäre so gern drin. Meinst du, Jesus ist stärker als der Tod? Dann muss er der Messias sein, der Gottes-Sohn. Dann glaube ich auch an ihn."
In Rahels Augen leuchtet Hoffnung. Auch Rebekka hat Vertrauen zu Jesus gefasst.
"Dieser Jesus weiß was er tut. Wenn jemand Mirjam noch helfen kann, dann er. Bitte Jesus, tu's!" "Schau mal, hat sich da nicht etwas im oberen Fenster bewegt? Vorhänge werden auf die Seite gezogen, damit Licht in den Raum fällt. In der hinteren Ecke ist Mirjams Bett zu erkennen - es ist leer!"
Unten in der Tür hört man Stimmen: "Schnell, bringt was zu essen. Sie lebt!"
Rebekka und Rahel schauen immer noch zum Fenster. Ob sie noch mehr erkennen können?
War da nicht ein Gesicht an der Seite vom Fenster? Zart und bleich, mit langen, schwarzen Haaren. Wie das von Mirjam. Bleich, erschöpft - aber lebendig? War da nicht eine zarte Hand, die sich in Richtung ihrer Freundinnen bewegt hat. Gerade so, als wollte sie sagen: "Ich lebe! Seid nicht mehr traurig. Bald können wir wieder zusammen sein."
Schnell winken Rahel und Rebekka zurück. Aber jetzt kann man nichts mehr im Fenster erkennen. Aber sie wissen: Mirjam lebt! Jesus hat sie ins Leben zurückgeholt. Er ist stärker als der Tod. Wie hat er das gemacht? Hoffentlich dürfen wir bald zu ihr. Ich will alles genau wissen. Und ich will noch mehr von diesem Jesus wissen. Er ist stärker als der Tod. Gott sei Dank.

(In der Bibel wird die Geschichte in Lukas 8, 40 - 56 erzählt)




Schlechte Laune beginnt manchmal schon beim Aufstehen......

Wenn man einen ganzen Tag lang schlecht gelaunt gewesen ist und anderen gegenüber unfreundlich oder gar böse und gemein, dann fühlt man sich am Abend elend, und manchmal ist man auch traurig über sich selbst.
So, wie Björn heute traurig ist über sich selbst.
Gleich nach dem Aufstehen hatte er sich mit seiner großen Schwester gestritten, weil beide wieder einmal zuerst ins Badezimmer wollten. Björn war rasch hineingeschlüpft und hatte Ute so fest die Tür vor der Nase zugeschlagen, dass Ute heftig mit der Stirn davorknallte. Im Nu war eine dicke Beule entstanden. Als Björn sich wieder aus dem Badezimmer herausgewagt hatte, fing er sich eine kräftige Ohrfeige von Ute ein. Papa kam hinzu und schimpfte mit ihnen, und Björn hat auf dem Schulweg deswegen vor lauter Wut so heftig in Nachbars Hecke getreten, dass ein richtiges Loch entstanden ist.
Nachher, in der Schule, hat er der Lehrerin auf einige Fragen auch noch ein paar mal frech und vorlaut geantwortet, und nun muss er bis morgen einen Brief von seinem Vater unterschreiben lassen, in dem ganz sicher nichts Gutes steht.
Und jetzt? Jetzt liegt Björn im Bett und weiß gar nicht, was eigentlich den ganzen Tag mit ihm losgewesen ist. Warum war er bloß zu allen so grantig? Er hat doch niemanden wirklich ärgern wollen!
Als Mama sich zu ihm ans Bett setzt, um ihm gute Nacht zu sagen, fragt er sie unglücklich: "Glaubst du, dass Gott mir jetzt überhaupt noch zuhört, wenn ich bete?" "Sicher", nickt die Mutter zuversichtlich. "Erzähl ihm doch einfach, wie dir zumute ist. Gott weiß genau, dass wir Menschen oft Fehler machen. Aber er hat uns trotzdem lieb, und er vergibt uns, wenn wir ihn ehrlich darum bitten."
"Aber müssen wir denn gar nichts dafür tun, dass er uns liebhat?" wundert sich Björn. "Nein", sagt die Mutter. "Wir müssen es uns nicht verdienen, dass wir seine Kinder sein dürfen. Er gibt uns seine Liebe ganz umsonst. Sie ist ein Geschenk. Ein Geschenk muss man sich ja auch nicht verdienen."
Björn kratzt sich an der Nase. "Woher weiß er denn, dass es einem wirklich ganz ehrlich leid tut, wenn man etwas Schlechtes gemacht hat?" "Nun, er sieht einfach in unser Herz hinein. Das kann kein Mensch bei einem anderen Menschen tun. Wir können uns immer nur ins Gesicht sehen, aber er - er weiß, ob wir etwas wirklich ehrlich meinen. Ihm können wir nichts vormachen."

GEBET

Vater im Himmel, heute habe ich mich ziemlich dumm benommen. Es fing gleich nach dem Aufstehen an. Mit Ute und so - na, du weißt schon. Es tut mir jetzt sehr leid, und ich bitte dich um Entschuldigung. Ich will mich auch bei Ute gleich morgen früh entschuldigen. Bitte mach, dass ihr die Beule nicht mehr so weh tut. Amen.




Gottes Segen gilt auch heute......

"Heute segnet aber nur noch der Pfarrer in der Kirche", meint Joschua, nachdem Frau Knauf im Religionsunterricht die Geschichte von Jakob und Esau erzählt hat. "So?", fragt Frau Knauf nur und blickt sich um.
"Wenn jemand stirbt, wird er vom Pfarrer ausgesegnet", meint Annika. "Meine Oma hat mir das erzählt, als Opa gestorben war." "Und die Konfirmation heißt auch Einsegnung", ergänzt Jonathan. "Ich war einmal in der Kirche dabei, als mein Cousin konfirmiert wurde. Er hat sich auf ein Bänkchen gekniet, und er Pfarrer hat ihm die Hände auch den Kopf gelegt und ihn gesegnet." "Hat er was dazu gesagt?", fragt Frau Knauf. Jonathan nickt. "Ja, seinen Konfirmationsspruch."
"Es können aber wirklich nur Pfarrer segnen", sagt Joschua bestimmt. "Mein Vater würde mich bestimmt nicht segnen". "Segnen heißt, dem anderen im Namen Gottes für sein ganzes Leben alles Liebe wünschen. Gott selbst wendet sich uns Menschen mit seinem Segen zu, weil er will, dass wir so handeln, wie er selbst handeln würde. Jeder Mensch kann im Namen Gottes segnen. Er braucht nicht Pfarrer zu sein!". "Das haben die Erwachsenen aber vergessen", sagt Annegret nachdenklich. "Mein Vater segnet mich nicht!", ruft Joschua nun ganz bestimmt. "Und meine Mutter auch nicht!" "Was macht denn deine Mutter, wenn er morgens zur Arbeit fährt?", fragt Frau Knauf darauf. "Jeden Morgen dasselbe", lacht Joschua und ahmt die Stimme seiner Mutter nach: "Fahr vorsichtig! Vergiss deine Tasche nicht! Hast du dein Frühstück eingesteckt..." "Und dann?", fragt Frau Knauf. "Nichts mehr", Joschua blickt die fragend an. "Sie gibt ihm noch einen Kuss...", meint er dann zögernd. "Dann geht sie raus und winkt ihm noch, wenn er losfährt." "Und wie ist das bei dir?", fragt Frau Knauf. "Genau so!", lacht Joschua. "Jeden Tag ist das so!"

Viele Kinder erzählen, dass es auch bei ihnen zu Hause ganz ähnlich zugeht. "Eure Eltern machen sich um euch Sorgen"; sagt Frau Knauf. "Deshalb wünschen sie euch alles Liebe". "Und Winken kann auch Segnen sein?", zweifelt Annika. Frau Knauf nickt lächelnd: "Warum nicht?!" "Es geschieht in Gottes Namen", fügt sie dann hinzu.
"Als ich krank war, ist mein Vater, wenn er von der Arbeit heimkam, immer zuerst zu mir gekommen", sagt Anne. "Und morgens hat er mich gestreichelt und gedrückt, bevor er gegangen ist." Jetzt braucht Frau Knauf nichts mehr zu erklären. Alle wissen, wie das mit dem Segnen ist. "Mein Vater wohnt nicht mehr bei uns", sagt Philipp in die Stille hinein. Seine Stimme klingt dünn und traurig.
"Meine Eltern sind auch geschieden." Gleich melden sich noch ein paar Kinder. "Stellt euch mal zwei und zwei so zusammen, dass ihr euch ansehen könnt", sagt jetzt Frau Knauf. Alfred und Frau Knauf bleiben übrig. Da stellen sie sich voreinander und Frau Knauf legt die Hände auf Alfreds Schultern. Sie muss sich ein bisschen klein machen, damit auch Alfred seine Hände auf ihre Schultern legen kann. "Gottes Segen sei mir dir!"
Da legen sich die Kinder ebenfalls gegenseitig die Hände auf die Schultern. "Vor dir und hinter dir", sagt Frau Knauf und legt beide Hände vor und hinter Alfreds Kopf. Schon folgen die anderen ihrem Beispiel. "Über dir und neben dir", sagt Frau Knauf und führt das mit den Händen aus, was sie sagt. "Gottes Segen sei mir dir. Jetzt und allezeit", sagt sie dann und drückt Alfreds Hände ganz fest und herzlich. Und Alfred drückt ebenso zurück. "Noch einmal!", rufen die Kinder. "Ja, aber jetzt sucht sich jeder einen anderen!"

Gottes Segen sei mit dir!
Vor dir und hinter dir!
Über dir und neben dir!
Gottes Segen sei mit dir!
Jetzt und allezeit!


Heute schellt es viel zu früh zur Pause !!




Mein Freund

Freunde haben, ist etwas ganz Schönes. Wenn man aber keine hat, ist man traurig. Ich bin traurig. Jeder hat einen Freund, nur ich nicht. Alle sagen: "Du hast dünne Beine. Du kannst damit gar nicht gut rennen. Die knicken dir mal um."
Da habe ich gesagt, dass ich froh bin, dass meine Beine dünn sind. Wer will schon so dicke Beine haben wie der Benni. Der hat ganz dicke Beine. Richtige Kartoffelstampfer hat der. Aber den lassen sie trotzdem mitspielen. Nur ich nicht.
Zur mir sagen sie: "Da kommt die Spinne mit den dünnen Beinen." Und dann haben sie einen Club gegründet. Nur ich darf nicht dazu gehören. Spinnen wollten sie nicht. Da habe ich gesagt, dass mir das ganz egal ist. In ihren dummen Club wolle ich sowieso nicht. Aber das ist nicht wahr.
Gestern bin ich hinter dem Benni hergegangen. Er wohnt fast in der gleichen Straße wie ich. Als wir an der Ampel warten mussten, habe ich mich getraut. Ich habe ihm gesagt, dass es mir leid tun würde - mit dem Kartoffelstampfer. Da hat er gemeint, ich wäre auch gar keine richtige Spinne. Es würde halt manchmal nur so aussehen. Dann haben wir gelacht.
Morgen will er mir auch sein Modellauto zeigen. Naja, ich verstehe zwar nichts von Autos. Aber anschauen kann ich es schon mal. Ich hätte nie gedacht, dass der Benni so gut basteln kann.

Lieber Gott, ist der Benni jetzt schon ein bisschen so was wie ein Freund ?



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